Faire Wertschöpfung

100% produziert, geröstet und verpackt im Ursprungsland

Der heute noch übliche Wertschöpfungsprozess wurde in einer Zeit erschaffen, in der Globalisierung noch als visionäre Idee galt.

In der heute globalisierten Welt sind wir davon überzeugt, dass eine vollständig produzierende Landwirtschaft und der Aufbau eines sekundären Sektors die Volkswirtschaft des Ursprungslandes nachhaltig stärken.

Mit Faire Wertschöpfung wird der Kaffeebauer zum ganzheitlichen Produzenten. Hierdurch wird eine Unabhängigkeit vom Rohstoffpreis sowie eine aktive Preisgestaltung ermöglicht.

Faire Wertschöpfung geht mit gutem Beispiel voran und will mit dem neuartigen Ansatz ein Umdenken in der Gesellschaft erreichen.


Wofür steht unser Siegel?

Unser Wertschöpfungsansatz wird durch Fair Trade etc. aktuell nicht komplett abgedeckt. Aus diesem Grund haben wir ein eigenes Siegel entwickelt: Faire Wertschöpfung - Fair Value Creation.

  • Faire Wertschöpfung heißt Produktion vor Ort und wirtschaftliche Ermächtigung, statt Handel mit Rohmaterialien und Abhängigkeit

  • 100% Transparenz in der Wertschöpfungskette

  • 100 % Produktion im Ursprungsland (vertikale Integration der Wertschöpfungskette: 100% produziert, geröstet und verpackt im Ursprungsland)

  • Höhere Abnahmepreise

  • Nachhaltige Steigerung des BIPs im Ursprungsland

Ziele:

  • Wir entwickeln und ermächtigen unabhängige Kleinunternehmen (Micro-Business) im Herkunftsland und betreiben wirtschaftlich nachhaltige Entwicklungsförderung (wirtschaftliche Ermächtigung)

  • Wir machen Bauern zum ganzheitlichen Produzenten und Verhelfen ihnen zum direkten Markteintritt

  • Wirtschaftliche Souveränität für Bauern, Familien und lokalen Gemeinschaften in den Ursprungsländern

  • Qualifizierte Jobs, Ausbildung und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in den Ursprungsländern


Faire Wertschöpfung ist zweckgerichtet auf gesellschaftlichen Mehrwert

Diese Unternehmen wirtschaften auf der Grundlage der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals - SDG) der Vereinten Nationen (UN).

Aber was bedeutet eigentlich "fair"?

Für uns bedeutet "fair" den Kleinbauern wirtschaftliche Souveränität zu ermöglichen und die lokalen Gemeinschaften in den Ursprungsländern wirtschaftlich nachhaltig zu stärken.

Faire Wertschöpfung heißt Produktion vor Ort, statt Handel mit Rohmaterialien und wirtschaftliche Ermächtigung statt Abhängigkeit.

Einfaches "Fairtrade" ist im Rahmen wirtschaftlich nachhaltiger Entwicklungsförderung nicht ausreichend.

Mit weniger mehr verdienen

Earn more with less

In Anbetracht der Tatsache, dass das Produktionsniveau der Kaffeebauern und die Preise weltweit ständig sinken und der Verkauf von Rohkaffee für die meisten Bauern nicht mehr zum Überleben ausreicht, bieten wir mit unserem Ansatz der Reintegration der Wertschöpfung mehr mit weniger. Die Bauern können mit einem niedrigeren Produktionsniveau mehr Geld verdienen. Durch das Belassen des natürlichen Produktionsniveaus und der Vermeidung von Überbeanspruchung hat dies auch sehr positive Auswirkungen auf die Umwelt.

"This farmer-owned and farmer governed model shifts some new business risks onto farmers, but also moves farmers from price takers to price-setters, who control value addition and who thus capture significantly more of the profits than in most coffee value chains. [...] assuming that they are able to find ways to efficiently move coffee to consumers, producers would still receive a higher share of the ultimate retail price paid by consumers. Although currently niche, the models [..] have potential to scale [..] opportunities for producers within the country to capture more of the final retail price, including by taking advantage of technology to get closer to the end consumer."

Kaitlin Y. Cordes (Ensuring Economic Viability and Sustainability of Coffee Production, Columbia Center on Sustainable Investment - Columbia University, p. 85-87)

Warum Faire Wertschöpfung, wenn es auch Fair Trade gibt?

Fair Trade Programme sollen dafür sorgen, dass die Kaffeebauern etwas mehr Geld für ihren Kaffee bekommen. Wie bei Bio-Zertifikaten ist dabei allerdings erheblicher Aufwand nötig und es kostet einen hohen vierstelligen Betrag, um ein Fair Trade Zertifikat zu erhalten. Mit Faire Wertschöfpung verfolgen wir einen neuartigen Ansatz und konzentrieren uns auf die Weiterverarbeitung vor Ort: das Rösten und das Verpacken komplett im Ursprungsland. Jedes Kilo gerösteter Kaffee bringt mindestens 3 - 5 mal mehr Geld für das Land im Vergleich zum Export von grünem Rohkaffee. Außerdem entstehen in der Weiterverarbeitung qualifizierte Jobs, zum Beispiel als Röstmeister, Verpackungsentwickler oder als Drucker. Auch die Pflücker können außerhalb der Erntezeit in der Kaffeeproduktion beschäftigt werden und profitieren somit von einer längerfristiger und sichereren Anstellung. Diese qualifizierten Jobs in der Weiterverarbeitung werden im Durchschnitt 5 - 10 mal besser bezahlt. Dies wird durch Fair Trade aktuell nicht abgedeckt. Fair Trade zertifiziert lediglich Kooperativen (Bauern-Verbände) zum gemeinsamen Export. Da die Bauern durch unseren Ansatz völlig unabhängig von Kooperativen arbeiten und wir den Rohstoffhandel obsolet machen, kommt eine Fair Trade Zertifizierung für uns nicht in Frage.

Faire Wertschöpfung.pdf

Probleme traditioneller Entwicklungshilfe

Mit traditioneller Entwicklungshilfe aus den EU-Staaten kann die Migrationsproblematik und Ungleichheit in der Welt nicht wirksam bekämpft werden. Die Menschen vor Ort werden zu wenig einbezogen.

Heutige westliche Entwicklungsinvestitionen konzentrieren sich in den meisten Fällen auf Innovation und Technik. Allerdings sind die zu entwickelnden Klein- und Mittelstands-Unternehmen in Entwicklungsländer eher in den Wirtschaftszweigen Landwirtschaft, Handel und Vermarktung (z.B. von Kaffee und Kakao) tätig. Ein Oktroyieren von "fremden" Wirtschaftszweigen führt zu der heute fehlenden Verbindung und Verankerung und einem folglich sehr geringen Wirkungsgrad.

Ebenso werden die Produktionsfaktoren und Infrastrukturen oft durch Europäische Firmen „besessen" und es handelt sich lediglich um Niederlassungen europäischer Firmen, mit oft sehr geringer Verankerung in den Wirtschaftssystemen des jeweiligen Landes. Der Transfer von Wissen, und die volle Übernahme der Produktverantwortung im Ursprungsland ist aber unerlässlich um wirtschaftlich nachhaltig zu fördern und auch zu fordern. Wirtschaftlich nachhaltige Entwicklungsförderung kann nur durch transparente und fordernde Win-Win-Partnerschaften auf Augenhöhe entstehen - und zwar durch Aufbau von Wissen und Verlagerung von Verhandlungsmacht und Eigentumsrechten auf marktfertig produzierte Produkte in die Entwicklungsländer.

Am Beispiel Kaffee würde dies zum Beispiel bedeuten, dass nicht mehr nur Rohbohnen exportiert werden, sondern fertig verpackter Röstkaffee selbstständig nach Europa verkauft wird, welcher im Ursprungsland unter voller Verantwortung und Eigentümerschaft der Menschen vor Ort produziert wurde. So können nachhaltig wirtschaftende Unternehmen entstehen, basierend auf gegenseitigen Nutzeneffekten im Sinne nachhaltiger Wirtschaftsförderung. Die heutige Entwicklungshilfe hindert die Entwicklungsländer am nachhaltigen, selbstständigen Entwickeln.

Statt „nur zu helfen" und Entwicklungsländer als „Empfänger" der Hilfsmaßnahmen zu sehen, müssen nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Verankerung im Rahmen transparenter Partnerschaften auf Basis neuartiger globaler Wertschöpfungsketten geschaffen werden.

Was bedeutet ökonomische Nachhaltigkeit?

Ökonomische Nachhaltigkeit ist ein Konzept an der Schnittstelle von Nachhaltigkeitswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft, das zusammen mit ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Nachhaltigkeit drei Dimensionen der Nachhaltigkeit bildet (sog. Drei-Säulen-Modell). Das Ziel ist es, eine nachhaltige Ökonomie im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu gestalten, die auf Dauer funktionstüchtig ist. Besonders im globalen Handel mit Entwicklungs- und Schwellenländern ist die ökonomische Nachhaltigkeit ein entscheidender Faktor für ein besseres Zusammenleben in der Welt. Viele kulturelle, gesellschaftliche und politische Probleme entstehen aus geringer oder fehlender ökonomischer Nachhaltigkeit im globalen Kontext.

Mit Faire Wertschöpfung legen wir einen starken Fokus auf ökonomische Nachhaltigkeit, reintegrieren die gesamte Wertschöpfungskette (am Beispiel Kaffee) horizontal und geben die Produktion, Verantwortung und somit die Verhandlungsposition in die Hände der Bauern im Ursprungsland. Dies resultiert in einer nachhaltigen Wirtschaftsförderung in den jeweiligen Dörfern und Ländern (z.B. wird neues Wissen aufgebaut, Mitarbeiter eingestellt und eine Unabhängigkeit vom Rohstoffpreis garantiert).

Was sind Micro-Businesses?

Micro-Businesses sind Kleinunternehmen mit ca. 2-20 Beschäftigten. Diese bilden ein wesentliches Teilsegment des Unternehmertums und tragen enorm zur wirtschaftlichen Souveränität und Stabilität einer Volkswirtschaft bei. Als Solche werden sie als ein wesentlicher Beitrag zum Wirtschaftswachstum einer Gemeinschaft anerkannt.

Micro-Businesses leisten einen sehr starken Beitrag zur lokalen Wirtschaft in Bezug auf Gewinne, Arbeitsplätze und der Fähigkeit, Fremdkapital in eine lokale Wirtschaft zu bringen. Als wichtigster wirtschaftlicher Motor in vielen Gebieten ist der selbständige Aufbau von Micro-Businesses wichtig für die Entwicklung und den Fortschritt einer lokalen Gemeinschaft, insbesondere in ländlichen Gebieten von Entwicklungs- und Schwellenländern. Gerade in Entwicklungsländern haben Micro-Businesses einen sehr hohen Wirkungsgrad und tragen eine hohe Verantwortung in der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung eines Landes.

Wie Studien belegen, fehlt es jedoch meist an Unterstützung aus bereits entwickelten Ländern (z.B. Deutschland), welche sich meist mehr auf soziale Hilfe und weniger auf nachhaltige, dezentrale Wirtschaftsförderung in den Entwicklungsländern fokussieren. Am häufigsten äußerten die Geschäftsinhaber einen starken Bedarf an Hilfe bei Marketing, betriebswirtschaftlichem Wissen, Zugang zu globalen Märkten mit fertigen Produkten und Finanzierung. Studien unterstützten die Idee, dass eine jede Wirtschaftsentwicklungsstrategie (besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern) die lokale Entwicklung des Micro-Businesses als tragende Säule der Volkswirtschaft umfassen muss.

Mit unserem bisher einzigartigen Konzept von Faire Wertschöpfung setzten wir genau hier an und leisten einen signifikanten Beitrag zur nachhaltigen Wirtschaftsförderung in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Weitere Zitate aus den Zeitungsartikeln:

"Das Rösten ist nicht nur aus Genießersicht der interessanteste Punkt, sondern auch ökonomisch. Hier wird aus dem preiswerten Rohstoff das mitunter teure Konsumprodukt. Hier findet die eigentliche Wertschöpfung statt."

"Am Ende ist auch Fairtrade ein bloßes Herumdoktern an den Symptomen der Ungerechtigkeit, solange die einen immer nur Rohkaffee exportieren und die anderen daran verdienen, ihn zu rösten und zu vermarkten. Am Ende gibt es vielleicht nur einen Ausweg aus dem Kaffeekolonialismus: indem die Rohstoffländer ihre Bohnen selbst rösten, mahlen, verpacken und das fertige Produkt exportieren."

"Äthiopien ist der größte Rohkaffeeproduzent Afrikas. Wirklich Geld wird mit dem Kaffee aber erst durch die Weiterverarbeitung verdient - und das machen sie in Äthiopien nicht."

"60 Prozent mehr Umsatz kann erwirtschaftet werden, wenn die Wertschöpfung bis zum Endprodukt in den eigenen Händen behalten wird. Davon profitieren nicht nur die Kaffeebauern, sondern alle, die an der Produktion beteiligt sind: die Frauen etwa, die die Bohnen sortieren; die Männer, die ihn rösten; der Drucker [...]."

"Wenn man Entwicklungshilfe ernst meint, dann geht es nicht darum, nur Geld ins Land zu pumpen." Es gehe darum, die Wertschöpfung dort dauerhaft zu verankern. Das heißt vor allem: die Arbeitskräfte so zu qualifizieren, dass ihre Produkte den Ansprüchen des deutschen Marktes entsprechen. "Der Drucker muss irgendwann selbst wissen, dass ein Etikett nur dann funktioniert, wenn der EAN-Code für die Scanner von Karstadt und Edeka zu lesen ist. Der Röster muss wissen, dass die Qualität der Kaffeebohnen immer die gleiche sein muss."

"Wenn der gesamte Kaffee, den Äthiopien exportiert, im Land weiterverarbeitet würde, könnten über 280.000 Jobs in dem Land geschaffen werden." Das brächte deutlich mehr als alle klassischen Entwicklungshilfeprojekte.